Unterstützung für die „Fridays for Future“-Bewegung

Bild des/r Benutzers/in Tinka Dittrich

„Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?” Der voranschreitende Klimawandel und der Umstand, dass von politischer Seite viel zu wenig getan wird, um die Erderwärmung aufzuhalten, veranlasste letzten Sommer die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg zu diesem Gedanken und führte zu einem Entschluss: Am 20. August fing sie an, freitags die Schule zu schwänzen, um stattdessen vor dem schwedischen Reichstag für Klimaschutz zu demonstrieren. Ein gutes halbes Jahr später folgen Zehntausende Schüler*innen rund um die Welt ihrem Beispiel, um zu erwirken, dass endlich ausreichend gehandelt wird. Sie fordern, dass das Pariser Klimaabkommen kein Stück geduldiges Papier bleibt, sondern dass die Ziele auch tatsächlich umgesetzt werden. Am 15. März steht die bislang größte Aktion der Bewegung an: Ein weltweiter Klimastreik. Es sind Kundgebungen in 1200 Städten weltweit geplant - 180 davon in Deutschland.

Das Anliegen und Handeln der Schüler*innen und Student*innen ist von höchster Wichtigkeit – und doch: Die Schüler*innen werden immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. Ihnen wird nachgesagt, dass sie nur deswegen an den Demonstrationen teilnehmen würden, um einen Vorwand fürs Schwänzen zu haben. Manche vertreten laut die Meinung, die Schüler*innen seien noch zu jung, um zu verstehen wie die Klimakrise behandelt werden könne und wie die wirtschaftlichen Zwänge aussehen würden. Sie sollten lieber zur Schule gehen, um das zu verstehen und die Klimakrise Expert*innen überlassen. Auch von Seiten der Politik wird Druck aufgebaut: Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Einhaltung der Schulpflicht angemahnt, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Demonstrant*innen dafür kritisiert, dass sie nicht in ihrer Freizeit demonstrieren, Schule zu schwänzen sei der leichtere Weg und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD), warnte Schüler*innen vor dem Streik 01.03.2019, das Tests oder Klausuren mit null Punkten gewertet würden und ein Eintrag ins Zeugnis folge, wenn Schüler*innen der Schule an dem Tag wegen einer Teilnahme an der „Fridays for Future“-Demo fernblieben.

Zum Teil können die jungen Demonstrant*innen sich selber helfen, so antwortet Greta Thunberg auf die Vorwürfe etwa, dass sie nicht in ihrer Freizeit demonstrieren gehe, weil „es weniger bringen würde. Wissen Sie: Ich darf nicht wählen, obwohl es hier um meine Zukunft geht. Und zur Schule muss ich gehen. Wenn ich dann schwänze, um gegen die Klimakrise zu protestieren, wird auf meine Stimme viel eher gehört. Das ist wichtig, denn hier geht es um die größte Krise der Menschheitsgeschichte.“1
Weitere Unterstützung kommt aus Reihen der Erwachsenen:

Zum einen gibt es Eltern und andere Erwachsene, die in Solidarität zu der Jugendbewegung stehen und „Rückendeckung" geben wollen und sich zu dem Zweck als „Parents for Future“ zusammentun. Die Gruppe ist noch jung und wächst rasant an. Innerhalb von zwei Wochen haben sich deutschlandweit 60 Ortsgruppen und neun Regionalgruppen für die einzelnen Bundesländer gegründet. Die Gruppen organisieren sich großteils via WhatsApp und stehen im engen Austausch mit den Fridays-for-Future-Gruppen, um im Einvernehmen mit ihnen zu agieren.

Zum anderen haben sich über 12.000 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als „Scientists for Future“ (#Scientists4Future) zusammengeschlossen und eine gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet, in der sie sich hinter die Fridays-for-Future-Bewegung stellen und aus wissenschaftlicher Perspektive kommentieren, dass die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichten bei Weitem nicht ausreichten, um das 1,5-Grad-Klimaziel einzuhalten. Die Initiative wurde am 12. März vorgestellt. [2] Die Unterschriftenliste von „Scientists for Future“ soll den Demonstrant*innen bei der großen Demo am 15. März übergeben werden. Die Wissenschaftler*innen rechnen damit, dass bis dahin deutlich über 12.000 Unterschriften eingegangen sein werden. Auch Du kannst unterschreiben: https://www.scientists4future.org/stellungnahme/

Beim Potsdammer Schulstreik am 15.02.2019 hielt bereits der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf auf Einladung eine Rede. Darin sagte er ganz klar, dass er den Einsatz der Schüler*innen toll finde und sie in der Sache recht haben. Seinen Abschlussworten möchte das Redaktionsteam des Newsletters sich anschließen:

„Es wird viele Menschen geben, die euch erzählen, eure Forderungen seien unrealistisch. Denen könnt ihr sagen: noch viel unrealistischer ist die Vorstellung, wir könnten so weitermachen wie bisher. Völlig unrealistisch ist doch vor allem die Vorstellung, mit der jetzigen Politik könnten wir die Ziele von Paris einhalten!
Lasst euch nicht entmutigen und fordert die konsequente Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens. Wie Greta Thunberg sagt: „We can still fix this!“
Gebt nicht auf – mit Entschlossenheit und Ausdauer könnt ihr die Welt verändern!“

Hast Du weitere Ideen, wie die „Fridays for Future“-Bewegung unterstützt und gesträkt werden kann? Schreib doch einen Kommentar dazu!