Nachhaltiger Aktivismus

Mit Freude möchten wir euch von unseren Kursen in den Retreat Zentren für Aktivist*innen „Ulex“ und „Ecodharma“ in den katalonischen Pyrenäen berichten.

Ein Erasmus Plus Projekt: "Encouraging Inclusion"

Für weitere Infos könnt ihr gerne durch die Unterseiten Stimmen der Teilnehmenden, Beschreibung Ecodharma-Zentrum und Kursberichte (auch weiter unten verlinkt) blättern.

Ausblick: Die katalonischen Pyrenäen

Wie alles anfing:

Schon im Jahr 2016 landete eine E-Mail beim Transition Netzwerk, mit der Nachfrage aus dem Ecodharmaprojekt, ob wir einer ihrer europäischen Projektpartner*innen für das kommenden Erasmus Plus Projekt „Encouraging Inclusion“ werden wollen.

Ecodharma ist ein Retreat-, Heil,- Lern-, und Lebensort, der buddhistische Praxis mit den aktuellen Kämpfen der sozial-ökologischen Bewegung zusammendenkt und somit ein ganz eigenes Konzept basierend auf Elementen von Kampagnentraining, Meditationspraxis, Wildniserleben, Gemeinschaftsbildung und Entschleunigung ermöglicht.

Zunächst hatten wir die Mail fast übersehen - was wäre uns da entgangen! Doch ein glücklicher Zufall ließ das Thema dann nochmal aufkommen und wir beschlossen im Kokreis, bei der Antragsstellung mitzuwirken. Viele Stunden von Schreibarbeit warten bei einem so großen und komplexen Projekt, den Großteil erledigte zum Glück die einladende Organisation von Ecodharma selbst. Leider wurde unser Projekt im ersten Jahr abgelehnt, aber immerhin wurde uns gesagt, was wir verbessern müssen. 2017 probierten wir wieder unser Glück. Gemeinsam mit anderen Gruppen, die sich für den sozialen und ökologischen Wandel einsetzen - aus Großbritannien, Polen, Italien und vielen anderen Ländern Europas - gelang es uns schließlich, das Projekt bewilligt zu bekommen.

Auswahl der Teilnehmenden & Kooperationen

Der Fokus lag darauf, möglichst viel Wissen der Mulitplikator*innen mit dem dort in Kursen erlangtem Wissen wieder zurück in die jeweiligen Netzwerke zu spielen.

In Deutschland hatten wir dafür einen recht aufwendigen Auswahlprozess für insgesamt 20 Plätze, um möglichst alle Alters-, Sozial- und Regionalstrukturen abzudecken und auch einen weiteren internen Vernetzungsprozess im Transition Netzwerk anzustoßen. Wichtig war uns, dass die Teilnehmenden schon eine Weile im Netzwerk oder einer Lokalgruppe aktiv waren und sich in der Lage sahen, das erlernte Wissen in ihre Gruppen zu tragen.

Für viele war es aber wohl zu lange, 10 oder mehr Tage unterwegs zu sein, da eine Vorraussetzung war, die Anreise ohne Flugzeug zu absolvieren, zudem sind die Orte sehr abgelegen und nicht barrierefrei. So bewarben wir das Training in befreundeten Netzwerken und konnten so u.a. mit dem Konzeptwerk Neue Ökonomie, Netzwerk Wachstumswende, Ideen Hoch Drei, der Wanderuni,  Oui Share, Living Utopia, der Essbaren Stadt Kassel und der Akademie für angewandtes gutes Leben eine interessante noch weiter andauernde Kooperation eingehen.

 

Teilnehmende Transition Gruppen

Vertreter*innen folgender Transition Gruppen nahmen teil : Transition Town Witzenhausen, Bonn im Wandel, Transition Frankfurt, Zukunftsstadt Dresden, Wandelbar Eberswalde und Bluepingu Nürnberg.

Zur Auswahl standen folgende Kurse: (Hinter den Links verbergen sich die spannenden Kursberichte und Ressourcen)

Theatre of the oppressed, Creative Tools for Social Change, Organizations Revisioned, Mindfulness for Social Change, Wildtherapy, Meeting the wild, Thinking Diversity Radically, Social Permaculture.

Der erste Kurs fand im März 2018 statt, der letzte im Juli 2018 und zu jedem Kurs fuhren 2-3 Vertreter*innen des Transition Netzwerks.

 

Die Projektgruppe & Kursbeschreibung

Eine Gruppe am kreativen Arbeiten

Wir telefonierten als Großgruppe meist einmal im Monat vor Kursbeginn, sowie während der Kursphasen. So konnten wir von den bereits Verreisten schon einen Eindruck gewinnen und inhaltliches dazulernen. Nach dem Kurs beschäftigten wir uns mit der Dokumentation, wobei einige Teilnehmer*innen wohl zu sehr von den Eindrücken vor Ort gebannt waren und keine Fotos oder Dokumente mitbrachten.

Vor Ort war sowieso keine Elektrizität vorgesehen und Handys ausdrücklich unerwünscht. Dies sollte den Teilnehmenden helfen, wirklich bei sich und in der Natur anzukommen.

Jeder Kurs hatte Meditationspraxis und Solozeiten inne, manche waren sogar 4 Tage jeweils alleine draußen, wie beim Kurs „Meeting the Wild“. Auch deshalb gibt es zu manchen Kursen keine ausufernden Berichte, da jedeR selbst diese Erfahrung machen muss. Wir hoffen dennoch, dass die Kursberichte und Fotos einen kleinen Eindruck vermitteln.

Das Zentrum ist sehr beeindruckend, das Leben währende der Kurse einfach und gemeinschaftlich gestaltet. Alle sind verantwortlich für den Ort, es gibt außergewöhnlich gute, zucker- und koffein-freie Nahrung.

Die Stille der Natur vor Ort ist beeindruckend, wirklich außerhalb der sogenannten Zivilisation. Auch war es für uns bereichernd ins Landesinnere von Katalonien zu fahren, an einen geschichtsträchtigen Ort, wo die Anarchist*innen eine ihrer letzten Schlachten gegen das Francoregime im spanischen Bürgerkrieg verloren.

Die Menschen von Ecodharma und Ulex bemühen sich, die entsiedelte Gegend mit Kultur und Restauration wiederzubeleben und der Landflucht etwas entgegenzusetzen.

Beim Abschlusstreffen im Winter 2019

Bei einem Abschlusstreffen im Winter 2019 kamen wir nochmals als kleine Gruppe zusammen, reflektierten über das Erlebte, probierten Theatermethoden aus, und überlegten uns, wie wir dieses Projekt fortführen können.

Weitere Pläne

Wir haben dazu Pläne und Ideen, wollen auf jeden Fall das dort erlangte Wissen noch mehr in das Transition Netzwerk tragen, und mithelfen, einen ähnlichen Retreat- und Lernort auch in Deutschland zu schaffen.

Bei Fragen oder Anregungen wendet euch gerne an Silvia Hable, die das Projekt koordiniert hat: silvia [at] ecobytes.net